Praxis für Lerntherapie
Nicole Endt

Was ist psychologisch-pädagogische Lerntherapie?


Psychologisch-pädagogische Lerntherapie ist eine spezielle Fördermaßnahme für Menschen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) mit Lern- und Leistungsstörungen.

Dabei kann es sich um

  • Probleme der Wahrnehmung
  • Teilleistungsschwächen (Lese- und Rechtschreibstörung, Rechenstörung)
  • Lernblockaden und Verzögerungen in der Entwicklung
  • weitere umschriebene Entwicklungsstörungen (Klassifikation nach ICD 10 der WHO und nach DSM-5) handeln.

 


Die Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen beruhen auf einem fehlenden oder mangelhaften Grundverständnis und führen dazu, dass das Kind in einem „Teufelskreis“ zwischen Versagensängsten, Lernblockaden, Misserfolgen und Druck aus dem Umfeld gefangen ist.


Hat sich diese negative Lernstruktur erst verfestigt, ist es dem Kind ohne therapeutische Hilfe nicht mehr möglich, dort auszubrechen.


Die Methoden und Ansätze einer psychologisch-pädagogischen Lerntherapie sind sehr vielfältig und werden ganz individuell auf das jeweilige Kind abgestimmt.


Es wird zuerst an der Entwicklung von Kompetenzen gearbeitet: Selbstkompetenz, Lernkompetenz und Sozialkompetenz.
Im Vordergrund stehen dabei

  • die Orientierung an den Stärken des Kindes
  • die Stärkung des Selbstwertgefühls durch das Schaffen von Erfolgserlebnissen
  • die Entwicklung der Persönlichkeit
  • das Wecken von Motivation
  • das Schulen der Wahrnehmung
  • das Vermindern von Ängsten
  • die Vermittlung von Lernstrategien.

 


Lerntherapie unterscheidet sich also grundsätzlich von Nachhilfe, bei welcher das einzige Ziel das Auffüllen von Wissenslücken ist.


Erst im zweiten Schritt geht es um das Symptomtraining, also die fachdidaktische Arbeit an den Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen.


Bei der Therapie von Rechenstörungen können z.B. die Mengenauffassung, das Verständnis unseres Stellenwertsystems, die Orientierung im Zahlenraum und Rechenstrategien Inhalte der Förderung sein.


In der Behandlung von Lese- Rechtschreibstörungen sind mögliche Themen das Training der phonologischen Bewusstheit, die Förderung des automatisierten Lesens und des Leseverständnisses, die Erarbeitung von Rechtschreibregeln sowie Ausnahmen davon.


Begleitend gibt es in beiden Bereichen stets auch Übungen zur Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit.


Insgesamt sind spielerische und kreative Elemente in der Lerntherapie sehr wichtige Bestandteile. Denn nur in einem druck- und angstfreien Raum kann Lernen Freude machen und eine effektive Förderung gelingen.


Die Ziele der Therapie sind eine lösungsstrategische Orientierung, damit das Kind herausfordernde Situationen meistern kann und eine Verminderung der Lernstörungen.


Psychologisch-pädagogische Lerntherapie bezieht das Umfeld des Kindes (Eltern, Schule, andere Institutionen,…) in die therapeutische Arbeit mit ein und verbessert damit ihre Wirksamkeit.